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El Salvador, Republik in Zentralamerika, grenzt im Norden und Osten an Honduras, im Südosten an den Golf von Fonseca, im Süden an den Pazifischen Ozean und im Westen und Nordwesten an Guatemala. El Salvador ist der kleinste und am dichtesten besiedelte Staat Zentralamerikas. Die Gesamtfläche beträgt 21 041 Quadratkilometer. San Salvador ist Hauptstadt und zugleich größte Stadt des Landes.

El Salvador ist der einzige Staat Zentralamerikas ohne Zugang zur Karibikküste. Die Küste am Pazifischen Ozean hat eine Länge von etwa 270 Kilometern.

Das Land wird überwiegend von Hügel- und Gebirgsland geprägt, das vulkanischen Ursprungs ist. An den schmalen, maximal 25 Kilometer breiten Küstenstreifen am Pazifik schließt landeinwärts eine Gebirgskette mit einer Reihe von tätigen Vulkanen an. Der Santa Ana ist mit 2 385 Metern der höchste Berg des Landes. Weitere über 2 000 Meter hohe Vulkane sind der San Vicente (2 173 Meter) und der San Miguel (2 130 Meter). In diesem Naturraum befindet sich östlich des Santa Ana der Lago de Ilopango, mit einer Fläche von 104 Quadratkilometern der größte See des Landes.

Nördlich dieser Kette mit insgesamt 14 Vulkanen erstreckt sich das Binnenhochland, das vom Río Lempa – mit 320 Kilometern längster Fluss von El Salvador – und seinen Nebenflüssen gegliedert wird. Im Norden hat das Land Anteil an der zentralen Grundgebirgskette der zentralamerikanischen Landbrücke. Das Land wird oft von Erdbeben und Vulkanausbrüchen heimgesucht.

El Salvador liegt im Bereich der wechselfeuchten Tropen, die Temperaturschwankungen im Jahresverlauf sind entsprechend gering. In der Landeshauptstadt San Salvador beträgt die mittlere Jahrestemperatur 24 °C. Die Jahresniederschläge betragen an der Küste und im Binnenhochland zwischen 1 500 und 2 000 Millimetern, in den Hochlagen können in regenreichen Jahren 2 500 Millimeter überschritten werden. Ein großer Teil der Niederschläge fällt in der Regenzeit zwischen Mai und Oktober. In vielen Teilen des Landes ist es von Dezember bis März ausgesprochen trocken.

Die Berge El Salvadors sind mit Gräsern und spärlichen Eichen- und Fichtenwäldern bedeckt. Die natürliche Vegetation des Landes besteht aus Laubbäumen und subtropischem Grasland. Sie wurde durch Kaffeeplantagen und Kulturlandgewinnung weitgehend zurückgedrängt.

Die im Vergleich zu anderen mittelamerikanischen Ländern relativ artenarme Tierwelt besteht u. a. aus Wildschweinen, Nasenbären, Leguanen und Alligatoren. Zur Vogelwelt gehören Kolibris, Flamingos und Papageien.

Die Bevölkerung ist ethnisch sehr homogen zusammengesetzt. Knapp 90 Prozent sind Mestizen, außerdem leben Indianer (circa 9 Prozent) und Weiße (1 Prozent) im Land. El Salvador hat etwa 6,59 Millionen Einwohner (2004), die Bevölkerungsdichte liegt bei rund 318 Personen pro Quadratkilometer. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt für Männer 67,3 Jahre, für Frauen 74,7 Jahre (2004).

Größte Stadt des Landes ist San Salvador mit etwa 1,34 Millionen Einwohnern (2000). Weitere bedeutende Städte sind Santa Ana (253 000 Einwohner), Mejicanos (193 000 Einwohner) und San Miguel (245 000 Einwohner). Insgesamt leben rund 63 Prozent der Salvadorianer in Städten (2002).

Die Amtssprache ist Spanisch. Die indigene Bevölkerung spricht Náhuatl (Aztekisch), Maya und andere Indianersprachen. Daneben ist auch Englisch als Verkehrssprache in Gebrauch. Der überwiegende Teil der Salvadorianer bekennt sich zum Christentum, größte Glaubensgemeinschaft sind die Katholiken mit etwa 92 Prozent.

Folgende Feiertage gibt es in El Salvador: Neujahr (1. Januar), Ostern, Tag der Arbeit (1. Mai), Tag des heiligen Salvador (1.-5. August), Unabhängigkeitstag (15. September, der Tag, an dem im Jahr 1821 José Matias Delgado die Unabhängigkeit des Landes von der spanischen Herrschaft erklärte), Kolumbustag (12. Oktober), Allerseelen (2. November) und Weihnachten (25. Dezember). Das Fest der Schutzpatronin von Guadalupe, einer der Schutzheiligen von Zentralamerika und Südamerika, findet am 12. Dezember statt. In El Salvador heißt dieses Fest el Día del Indio („Tag des Indianers”).

Das Gesundheitssystem ist nur in den größeren Städten ausreichend ausgebaut, in vielen ländlichen Regionen herrscht Mangel an medizinischen Einrichtungen. Wegen ungenügender medizinischer Versorgung und Unterernährung ist die Kindersterblichkeit dort sehr hoch.

Für Grundschulkinder besteht eine 9-jährige Schulpflicht (2000), der Schulbesuch ist kostenlos. El Salvador verfügt über circa 3 200 Schulen. An den Universitäten des Landes sind etwa 80 000 Studenten immatrikuliert. Die in der Hauptstadt gelegene Universität von El Salvador (1841) ist die bekannteste Hochschule. Daneben gibt es noch die Universität von Zentralamerika, eine Einrichtung der Jesuiten, ebenfalls in San Salvador.

Die Menschen El Salvadors sind vorwiegend eine Mischung aus Indianern und Spaniern, und ihre Kultur spiegelt dieses Erbe wider.

Die Volksmusik von El Salvador erinnert an die der anderen mittelamerikanischen Länder. Einige Tänze vereinen Elemente aus verschiedenen europäischen Ländern.

Nach der Verfassung vom Dezember 1983 liegt die vollziehende Gewalt in der Präsidialpolitik El Salvadors bei einem auf fünf Jahre direkt gewählten Präsidenten. Die Möglichkeit einer Wiederwahl besteht nicht.

Legislative ist die aus 84 Mitgliedern bestehende gesetzgebende Versammlung (Einkammersystem). Die Legislaturperiode dauert drei Jahre.

Das höchste Rechtsorgan ist der Oberste Gerichtshof. Die Richter werden von der Nationalversammlung gewählt.

Führende politische Parteien in El Salvador sind: die Nationale Republikanische Allianz (Alianza Republicana Nacionalista, ARENA), die Partei der Nationalen Befreiung (Frente Farabundo Martí de Liberación Nacional, FMLN), die Partei der Nationalen Versöhnung (Partido de Conciliacón Nacional, PCN) und die Christlich-Demokratische Partei (Partido Demócrata Cristiano, PDC).

El Salvador ist in 14 Departamentos eingeteilt. Diese werden von einem Gouverneur regiert, der für fünf Jahre von der Zentralregierung ernannt wird. Die Bürgermeister der Städte und Gemeinden werden alle zwei Jahre durch öffentliche Wahlen bestimmt.

Das Land unterhält Armee, Marine und Luftwaffe. Es gibt darüber hinaus paramilitärische Truppen, die von Soldaten, Polizisten und ehemaligen Rebellen gebildet wurden.

El Salvador leidet seit Jahren unter einer schweren Wirtschaftskrise. Noch immer belasten die Auswirkungen des 1992 beendeten Bürgerkrieges die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Knapp die Hälfte der Bevölkerung hat weniger als zwei US-Dollar pro Tag zum Leben. Zusätzlich verschärft wurde die Situation durch Naturkatastrophen. So werden die durch Erdbeben angerichteten Schäden (Anfang 2001), bei denen über 1 000 Menschen starben und eine Vielzahl Haus und Hof verloren, auf mindestens 1,9 Milliarden US-Dollar geschätzt. Eine nachfolgende Dürrekatastrophe führte zu massiven Ernteeinbußen und gefährdete die Eigenversorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln.

Ein wichtiges ökonomisches Standbein El Salvadors ist die Landwirtschaft, speziell der Anbau von Zuckerrohr, Baumwolle und vor allem Kaffee (Export). Allerdings leidet der Kaffeehandel unter dem Preisverfall auf dem Weltmarkt. Die agrarwirtschaftlichen Nutzflächen sind im Besitz weniger Großgrundbesitzer, eine dringend erforderliche Agrarreform kam bislang kaum voran – Gleiches gilt für die Reform des Steuerrechtes. Nach verschiedenen Schätzungen leben und arbeiten über zwei Millionen Salvadorianer im Ausland (die meisten in den USA). Sie steuern mehr als 10 Prozent zum Bruttosozialprodukt (BSP) bei. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 14 284 Millionen US-Dollar. Offizielle Währung ist der El-Salvador-Colón. Zum 1. Januar 2001 wurde der US-Dollar als zweite Landeswährung, neben dem ebenfalls gültigen Colón, eingeführt.

Rund 22 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft, 24 Prozent in der Industrie und 55 Prozent im Dienstleistungsbereich (2001).

Etwa ein Drittel des Landes ist landwirtschaftlich nutzbar. Kaffee ist das wichtigste Agrarprodukt und wird heute in Großbetrieben im zentralen Hochland kultiviert. Der Kaffee macht rund 60 Prozent des Gesamtexportwertes aus; Baumwolle und Zuckerrohr sind weitere Exportgüter. Für den Eigenbedarf der Bevölkerung werden Mais, Hirse, Reis und Bohnen angebaut.

Die ursprünglichen Waldbestände El Salvadors wurden auf einen kleinen Restbestand reduziert. Das Land hat mit jährlich 4,6 Prozent (1990–2000) eine der höchsten Entwaldungsraten der Erde. El Salvador ist weltgrößter Produzent von Perubalsam, einem Baumharzgemisch (enthält nicht nur Harzbestandteile), das in der pharmazeutischen Industrie sowie in der Kosmetik- und Parfümindustrie Verwendung findet.

Die Fischereiwirtschaft hat sich insbesondere auf den Fang (bzw. auf die Zucht) sowie die Verarbeitung von Krustentieren spezialisiert. Es werden aber auch kleine Mengen Thunfisch, Meeräschen, Makrelen und Schwertfisch gefangen.

El Salvador verfügt, abgesehen von geringfügigen Erdölvorkommen, über keine nennenswerten Bodenschätze. Insbesondere für die verarbeitende Industrie muss ein Großteil der Rohstoffe importiert werden.

Bedeutendster Industriezweig El Salvadors ist das verarbeitende Gewerbe. Vor allem kleinere und mittlere Betriebe erzeugen Textilien und Bekleidung, Nahrungsmittel und Getränke sowie Konsumgüter. Größere Betriebe sind z. B. ein Stahl- und Walzwerk sowie die Erdölraffinerie in Acajutla. 2002 lag der Anteil der Industrie am Bruttoinlandsprodukt bei 30,3 Prozent.

Das Land importiert Nahrungsmittel, chemische Erzeugnisse, Rohöl, Maschinen sowie Eisen- und Stahlerzeugnisse. Neben einigen Agrarerzeugnissen und Produkten der Fischerei (Kaffee, Zucker, Krustentiere) gehen z. B. Textilien, chemische und pharmazeutische Produkte sowie Elektrizität in den Export. Die Handelsbilanz ist negativ. Haupthandelspartner El Salvadors sind u. a. die USA, Guatemala, Costa Rica, Japan, Deutschland und Honduras.

El Salvador verfügt über ein Straßennetz von rund 10 000 Kilometer Länge. Das bestehende Eisenbahnnetz ist 600 Kilometer lang. Internationaler Flughafen ist seit 1979 Cuscatlán.

El Salvador deckt 44 Prozent (2001) seines Strombedarfs aus fossilen Brennstoffen. 30,9 Prozent (2001) des Energiebedarfs werden in Wasserkraftwerken erzeugt und weitere 25,1 Prozent (2001) kommen aus geothermischen oder anderen Energiequellen (keine Kernenergie).

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