Elfenbeinkueste Reiseführer mit den Tipps für Ihren Urlaub, Ihre Geschäftsreise
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Elfenbeinküste, offiziell Republik Côte d’Ivoire bzw. République de Côte d’Ivoire, Staat in Westafrika, begrenzt im Norden durch Mali und Burkina Faso (Obervolta), im Osten durch Ghana, im Süden durch den Golf von Guinea und im Westen durch Liberia und Guinea (Republik Guinea). Die Gesamtfläche beträgt 322 462 Quadratkilometer. Hauptstadt des Landes ist Yamoussoukro, Regierungssitz ist Abidjan.
Die Küste, deren Namen das Land trägt, ist von tiefen Lagunen gesäumt, die meist aufgrund von Untiefen nicht schiffbar sind. An die Küste grenzt dichter Tropenwald, der sich im Westen und Osten rund 265 Kilometer, im Zentrum circa 100 Kilometer ins Landesinnere erstreckt. Dahinter liegt im Norden und im Zentrum Savanne. Der westliche Teil wird von Hügeln geprägt, mit Bergketten in den Regionen Odienné und Man. Einige Berge sind über 1 500 Meter hoch. Die größten Flüsse sind Sassandra, Bandama und Comoé. Keiner von ihnen ist auf mehr als 65 Kilometer schiffbar.
In der Republik Elfenbeinküste herrscht tropisches Klima mit überreichlich Regenfällen. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 26,1 °C. Der mittlere Jahresniederschlag liegt an der Küste bei etwa 1 900 Millimetern, in den Savannengebieten bei rund 1 150 Millimetern. Im Süden gibt es zwei Regenzeiten, von März bis Juli und von September bis November. Im Norden dauert die Regenzeit von März bis Juli.
Offiziell sind 6,2 Prozent (2000) der gesamten Landesfläche als Nationalparks und Naturschutzgebiete ausgewiesen. Die Regionen im Zentrum der Elfenbeinküste sind von Wald bedeckt. Durch umfangreiche Rodungen ist die bewaldete Fläche allerdings auf 22,4 Prozent (2000) des Landes zurückgegangen. Mehr als 225 Baumarten, darunter Obeche, Mahagoni und Iroko, sind beheimatet. Schakale, Hyänen, Leoparden, Elefanten, Schimpansen, Krokodile sowie verschiedene Eidechsen und Giftschlangen haben hier ihren Lebensraum gefunden.
Die Bevölkerung der Elfenbeinküste setzt sich aus über 60 ethnischen Gruppen zusammen. Zu den wichtigsten Bevölkerungsgruppen gehören Akan, Agni-Baule, Kru, Malinke, Mande und Senufo.
Die Einwohnerzahl der Elfenbeinküste beträgt etwa 17,3 Millionen (2004), von denen mindestens drei Millionen ausländische Arbeiter mit ihren Familien sind. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 55 Einwohnern pro Quadratkilometer.
Etwa 20 Prozent sind Christen, meist römisch-katholisch, weitere 20 Prozent sind Muslime, knapp 60 Prozent sind Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen. Französisch ist sowohl Amtssprache als auch Handels- und Verkehrssprache. Verbreitete afrikanische Sprachen sind Agni, Baoulé, Diula und Senufo sowie verschiedene Mitglieder der Gur- und Mandesprachen. Die Mehrheit der Ivorer spricht zumindest zwei Sprachen, da keine davon von der Bevölkerungsmajorität beherrscht wird.
Die Elfenbeinküste ist in 49 Departements unterteilt, von denen jedes durch einen zentral ernannten Präfekten und einen gewählten Rat verwaltet wird. Die größten Städte sind Abidjan mit 3,20 Millionen Einwohnern (1999), sowie Bouaké (330 000 Einwohner), ein wichtiges Handels- und Verwaltungszentrum. Weitere städtische Zentren sind Daloa (122 000 Einwohner), Gagnoa (59 500 Einwohner), eine Marktstadt, sowie Man (50 000 Einwohner). Yamoussoukro (120 000 Einwohner), zwischen Bouaflé und Dimbokro gelegen, wurde 1983 Verwaltungshauptstadt des Landes.
Die Schulbildung ist in der Republik Elfenbeinküste kostenlos, es besteht eine Schulpflicht von 10 Jahren (2000). Zu Beginn der siebziger Jahre wurde mittels staatlicher Fernsehanstalten ein groß angelegtes Bildungsprogramm durchgeführt. An der Nationaluniversität der Elfenbeinküste (1958) in Abidjan sind etwa 12 700 Studenten immatrikuliert. Eine beträchtliche Zahl fortgeschrittener Studenten aus der Elfenbeinküste studiert im Ausland. Rund 52,3 Prozent der erwachsenen Bevölkerung können lesen und schreiben (2004).
Obwohl die Bevölkerung zum Teil stark durch die französische Kultur beeinflusst ist, werden die einheimischen Traditionen doch weiter gepflegt. Bekannt sind traditionelle kunsthandwerkliche Produkte, besonders Masken. Die französische Sprache dominiert in der Literatur der Elfenbeinküste, was zur Abwertung afrikanischer Sprachen führt.
Die Regierung betreibt einige Radio- und Fernsehstationen.
Im Juli 2000 trat eine neue Verfassung in Kraft. Die Exekutivgewalt liegt in den Händen eines gewählten Präsidenten, der durch ein Kabinett unterstützt wird, das vom Präsidenten ernannt wird. Der Präsident und die 225 Mitglieder der aus einer Kammer bestehenden Nationalversammlung werden für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt; es gilt allgemeines Wahlrecht für Erwachsene. Der Front Populaire Ivoirien (Volksfront; FPI) ist die führende politische Partei des Landes. Weitere bedeutende Parteien sind der Parti Démocratique de Côte d’Ivoire (Demokratische Partei; PDCI) und der Rassemblement des Républicains (Republikanische Versammlung; RDR).
Der Oberste Gerichtshof besteht aus mehreren Kammern: der Verfassungskammer, der Justizkammer, der Verwaltungskammer sowie der Revisionskammer. Er ist in Zivil- und Strafsachen ermächtigt, auch Regierungsbeamte einschließlich des Präsidenten wegen schwerer Vergehen anzuklagen. Es gibt außerdem Berufungsgerichte, Staatssicherheitsgerichte und Gerichte der ersten Instanz.
Die Republik Elfenbeinküste ist ein Agrarland, etwa 60 Prozent der Arbeitskräfte sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Die nahezu 200 Gewerkschaften sind in der General Workers Union of Côte d’Ivoire zusammengeschlossen.
Für den Export werden Kaffee, Kakao, Zuckerrohr, Kochbananen, Baumwolle und Ananas angebaut. Die Elfenbeinküste ist einer der führenden Weltproduzenten sowohl für Kakao als auch für Kaffee. Weitere Agrarprodukte, hauptsächlich für den lokalen Bedarf, sind Maniok, Reis, Mais, Hirse, Erdnüsse und Yamswurzeln. Die Regierung fördert die Anlage von Palmöl- und Kautschukplantagen sowie den Anbau von Zuckerrohr, Baumwolle und Sojabohnen.
Die Produktion von Nutzholz hat große Bedeutung für die Wirtschaft der Elfenbeinküste. Zu den wichtigsten Exporthölzern gehören Mahagoni, Iroko, Sipo, Obeche und Makore. Entlang der Küste wird Fischfang betrieben.
Im Jahre 1977 wurde vor der Küste Erdöl gefunden. Die Förderung begann 1980. Zu den wichtigen Mineralstoffvorkommen zählen Eisenerz und Manganerz. In der Republik Elfenbeinküste werden rund 600 000 Karat Diamanten pro Jahr gewonnen. Nahrungsmittelverarbeitung, Holz- und Textilfabriken, Ölraffinerien, Montagefabriken für Automobile und Fahrräder sind wichtige Wirtschaftszweige. Des Weiteren werden Sperrholz, Möbel, Zement, Schuhe, Stahlbehälter und Aluminiumfolien hergestellt. Wasserkraftwerke sind an den Flüssen Bia und Bandama erbaut worden. Insgesamt werden 38,1 Prozent des verbrauchten elektrischen Stromes in Wasserkraftwerken erzeugt (2001).
Die Elfenbeinküste ist Mitglied der Westafrikanischen Währungsunion, der sechs Nationen angehören. Landeswährung ist der CFA-Franc, der von der Zentralbank westafrikanischer Staaten ausgegeben wird.
Die Handelsbilanz ist negativ. Bedeutendster Handelspartner ist Frankreich, gefolgt von den USA, Nigeria und Mitgliedern der Europäischen Union (außer Frankreich), mit der die Elfenbeinküste assoziiert ist. Kaffee und Kakao sind die Hauptexportgüter.
Der Hafen von Abidjan ist einer der verkehrsreichsten Westafrikas. In San Pedro wurde ein neuer Hafen errichtet, der über eine Eisenbahnlinie mit Mali verbunden ist. Eine weitere Eisenbahnlinie führt von Abidjan über Bobo-Dioulasso nach Ouagadougou in Burkina Faso. Insgesamt ist das Eisenbahnnetz des Landes rund 639 Kilometer lang (2000). Von 50 400 Kilometern Straßen (1999) sind lediglich 9 Prozent befestigt.
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