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Gambia, Republik im britischen Commonwealth an der Westküste Afrikas; im Norden, Osten und Süden von Senegal umgeben, die westliche Grenze bildet der Atlantische Ozean. Das Land ist mit einer Fläche von 11 295 Quadratkilometern einer der kleinsten Staaten des afrikanischen Festlandes. Die Hauptstadt ist Banjul, zugleich der einzige Seehafen des Landes; weitere wichtige Städte sind Serrekunda, die größte Stadt Gambias, Mansa Konko, Georgetown, Kerewan, Brikama und Farafenni.

Gambia erstreckt sich beidseits des gleichnamigen Flusses Gambia über eine Länge von etwa 375 Kilometern vom Atlantik ins Innere des Kontinents. An seiner breitesten Stelle ist das Land nur etwa 50 Kilometer und an seiner schmalsten Stelle an der Küste nur drei Kilometer breit. Der Fluss wird von Mangrovensümpfen gesäumt.

Gambia liegt im Bereich des randtropischen Klimas mit einer Regenzeit im Sommer. Während der trockenen Jahreszeit von Dezember bis April bläst ein heißer, trockener Wind (Harmattan) von der Sahara. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge beträgt 1 016 Millimeter.

Im Mündungsgebiet des Gambia sind Mangroven verbreitet, die im Landesinneren in überschwemmte Grasfluren übergehen. Ein weiterer wichtiger Vegetationstyp sind Savannen. An Großtieren findet man u. a. Krokodile, Leoparden, Nilpferde und mehrere Antilopenarten.

Die Bevölkerung setzt sich weitgehend aus Sudaniden, darunter Malinke (41 Prozent), Fulbe (19 Prozent) und Wolof (15 Prozent), zusammen. Die Amtssprache ist Englisch. Die wichtigsten afrikanischen Sprachen sind Malinke, Fulbe und Wolof, regional verbreitete sind Jola, Serere und Serrehule. Rund 90 Prozent der Einwohner Gambias sind sunnitische Muslime, ungefähr 8 Prozent Anhänger traditioneller Religionen. Die christliche Minderheit lebt überwiegend in Banjul, wo sich auch der Sitz des anglikanischen und des römisch-katholischen Bischofs befindet.

Zu den gesetzlichen Feiertagen Gambias gehören Neujahr (1. Januar), der Unabhängigkeitstag (18. Februar), Ostern (Karfreitag eingeschlossen), der Tag der Arbeit (1. Mai) und der 1. Weihnachtsfeiertag (25. Dezember). Die meisten Feiertage, außer dem Tag der Arbeit, werden mit Volksfesten gefeiert, die Tänze und örtliche Ringwettkämpfe umfassen. Offiziell anerkannte Feiertage der Muslime sind Id-el-Fitre (Koriteh in Wolof; ein dreitägiges Fest am Ende des Ramadans), Id-el-Kabir (Tobaski in Wolof; Opferfest, das in Verbindung mit der sommerlichen Wallfahrt nach Mekka abgehalten wird) und Maulud-el-Nabi (Gammo in Wolof; der Geburtstag Mohammeds). Da sich muslimische Feiertage nach dem Mondkalender richten, fallen sie jedes Jahr auf einen anderen Tag.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 1,55 Millionen (2004), was einer Bevölkerungsdichte von rund 155 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 54,8 Jahren (2004).

Der Alphabetisierungsgrad liegt bei 41,4 Prozent (2004). Der Grundschulbesuch ist kostenlos, es besteht eine Schulpflicht von fünf Jahren (1997). Das Land verfügt über spezielle Schulen für die Ausbildung von Lehrern, Krankenschwestern und anderen Berufsgruppen, besitzt aber keine Universität.

Gambia ist seit 1970 eine Präsidialrepublik. 1997 trat eine neue Verfassung in Kraft. Staats- und Regierungsoberhaupt ist der Präsident, der für eine Amtszeit von fünf Jahren vom Volk gewählt wird. Von den 49 Abgeordneten des Parlaments (Nationalversammlung) werden 45 alle fünf Jahre gewählt und vier vom Präsidenten ernannt. Wichtigste Partei ist die Alliance for Patriotic Reorganisation and Construction (APRC).

Höchste juristische Instanz ist der Oberste Gerichtshof; ihm untergeordnet sind der Appellationsgerichtshof und die Magistratsgerichte. Gambia gliedert sich verwaltungsmäßig in sechs Bezirke.

Die Wirtschaft stützt sich in erster Linie auf die Landwirtschaft. Wichtigstes Anbauprodukt sind Erdnüsse, die teilweise in den Ölmühlen des Landes weiterverarbeitet werden, teilweise dem Export dienen. Der Fremdenverkehr, der in den letzten Jahren ausgebaut wurde, ist ebenfalls von wirtschaftlicher Bedeutung. Die Handelsbilanz ist negativ. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 357 Millionen US-Dollar (2002).

Der Anbau von Reis und Hirse dient, wie das Halten von Rindern, Schafen, Ziegen und Hühnern, der Selbstversorgung. Erdnüsse werden hauptsächlich für den Export angebaut; etwa ein Drittel der jährlichen Exporteinnahmen stammt aus dem Verkauf von Erdnüssen und Erdnussprodukten. Um die landwirtschaftliche Produktion vielfältiger zu gestalten, hat die Regierung den Anbau von Baumwolle, Sisal, Zitrusfrüchten und Tabak gefördert. Fischfang ist an der Küste verbreitet.

Die Produktion in Gambia hat sich auf die Verarbeitung von Erdnüssen und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen sowie auf den Bau von Fischerbooten spezialisiert. Daneben sind das traditionelle Handwerk und die Herstellung von Bekleidung und Getränken verbreitet.

Die 1971 angenommene Währung ist der Dalasi zu 100 Butut. Er wird von der Zentralbank von Gambia ausgegeben (seit 1971). Die Kosten der jährlichen Importe liegen meist weit höher als die Einnahmen aus den Exporten. Die wichtigsten Handelspartner Gambias sind Großbritannien, Deutschland, China, Italien, die USA, Senegal und Ghana.

Der Gambia ist über eine Strecke von etwa 240 Kilometern von der Mündung flussaufwärts schiffbar. Wichtigster Hafen ist Banjul. Das Straßennetz hat eine Länge von rund 2 700 Kilometern (1999), von denen 1 720 Kilometer ganzjährig befahrbar sind. Durch den Bau einer größeren Hauptstraße hat sich die Bedeutung des Flusses als Haupttransportweg verringert. Gambia hat keine Eisenbahnlinie. Ein internationaler Flughafen befindet sich in Yundum bei Banjul.

Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts hatte sich der Tourismus zu einer Haupteinnahmequelle für Devisen entwickelt. Nach dem Staatsstreich im Juli 1994 ging die Zahl der Touristen jedoch drastisch zurück.

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