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Katar, amtlich Dawlat Qatar, Staat im Nahen Osten. Katar gehört zu den Golfstaaten und liegt auf der Halbinsel Katar, die an der Ostküste der Arabischen Halbinsel in den Persischen Golf hineinragt. Im Süden grenzt der Staat an Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate; die Grenzen sind jedoch nicht exakt festgelegt. Die Fläche des Staates beträgt offiziell 11 427 Quadratkilometer. Hauptstadt und wichtigste Hafenstadt ist Doha.
Die Halbinsel Katar ist etwa 170 Kilometer lang und bis zu 80 Kilometer breit. Von den Salzsümpfen im Süden steigt das Gebiet nach Norden zu einem flachen Kalksteinplateau an, das eine maximale Höhe von 106 Metern erreicht. Es herrscht ein äußerst heißes und trockenes Klima. Die Durchschnittstemperaturen betragen zwischen 17 °C im Januar und 37 °C im Juli. Trotz hoher Luftfeuchtigkeit liegt der mittlere Jahresniederschlag bei 127 Millimetern. Außerhalb der Oasen gibt es nur im Norden des Landes Pflanzenwuchs; dabei handelt es sich überwiegend um Wüstenvegetation. Auch die Tierwelt ist nicht sehr vielfältig; verbreitet sind den trockenen Bedingungen angepasste Arten wie Wüstenspringmäuse, Geckos und Warane. Die Küste wird von Korallenriffen umschlossen.
Die Einwohnerzahl von Katar beträgt etwa 840 000 (2004). Die Bevölkerungsdichte liegt bei 76 Einwohnern pro Quadratkilometer. Etwa 45 Prozent der Bevölkerung sind Araber, darunter etwa 20 Prozent Katarer. 55 Prozent sind Angehörige anderer Staaten und überwiegend als Gastarbeiter im Land tätig. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Inder, Pakistani, Iraner und Jemeniten. Die mittlere Lebenserwartung liegt bei 73,4 Jahren (2004).
Katar weist einen hohen Urbanisierungsgrad auf; 93 Prozent der Bevölkerung leben in Städten (2002). Mit weitem Abstand größte Stadt ist die Hauptstadt Doha mit etwa 391 000 Einwohnern.
Die Amtssprache ist Arabisch, während Englisch als Handelssprache verwendet wird. Minderheitensprachen sind u. a. Farsi (Persisch) und Urdu.
Die meisten Katarer sind Sunniten und gehören der Richtung der Wahhabiten an. In Katar werden die religiösen Richtlinien des Islam weit weniger strikt interpretiert als etwa im wahhabitischen Nachbarstaat Saudi-Arabien.
Das Bildungswesen in Katar ist kostenfrei; es besteht keine allgemeine Schulpflicht. Die einzige Hochschule des Landes ist die Universität Katar (1973), an der zu Beginn der neunziger Jahre etwa 5 600 Studenten eingeschrieben waren. Durch Förderung der Erwachsenenbildung konnte der Alphabetisierungsgrad auf 82,9 Prozent erhöht werden (2004).
Von den fünf in Katar erscheinenden Zeitungen (1996) wird eine in englischer Sprache herausgegeben.
Katar ist eine absolute Monarchie. Der Herrscherfamilie der Ath-Thani gehören etwa 40 Prozent der einheimischen Bevölkerung an. Gemäß der Bestimmungen der provisorischen Verfassung von 1970 obliegen dem Emir als Staatsoberhaupt Exekutive und Legislative. Er ist auch als Premierminister Vorsitzender des Ministerrates, dessen Mitglieder er selbst benennt. Es gibt kein Parlament, keine Parteien und keine organisierte Arbeitnehmervertretung. Das Straf- und Zivilrecht unterliegt weltlichen Gerichten; die religiösen Gerichte auf der Basis des islamischen Rechtes der Scharia haben nur einen eingeschränkten Zuständigkeitsbereich.
Katar gliedert sich verwaltungsmäßig in neun Bezirke. Etwa ein Viertel des Staatshaushalts entfällt auf Verteidigungsausgaben. Der Wehrdienst erfolgt auf freiwilliger Basis.
Katar gehört nach Kriterien der Weltbank zu den zehn reichsten Ländern der Welt. Die Hauptstütze der Wirtschaft bildet das Geschäft mit Erdöl. Fast die gesamten Staatseinnahmen stammen aus diesem Sektor. Auch der Handel mit Erdgas ist für das Emirat von großer Bedeutung, zumal Katar schon jetzt zu den führenden Flüssiggasexporteuren der Welt gehört. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 17 466 Millionen US-Dollar (2002).
Im Agrarsektor sind 3 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt. Es werden große Anstrengungen unternommen, über Bewässerungsprojekte die landwirtschaftlich nutzbare Fläche zu erweitern und die Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten abzuschwächen. In den Oasen werden Obst, Gemüse und Getreide angebaut; besonders ergiebig sind die Dattelpalmenhaine. Der Schwerpunkt der Landwirtschaft liegt aber auf der Viehzucht. Neben Schaf- und Ziegenhaltung spielt dabei die Rinderzucht eine große Rolle.
Die wichtigsten Bodenschätze des Emirates sind Erdöl und Erdgas. Lagerstätten gibt es an der Westküste und in einem Off-shore-Feld im Persischen Golf nahe der vorgelagerten Insel Halul. Die ersten Ölfunde erfolgten 1939, zehn Jahre später begann die kommerzielle Förderung. 1974 gründete Katar die Qatar General Petroleum Corporation. Sie übernahm die Kontrolle über die nationalen Erdölreserven, die bis dahin bei den westlichen Ölgesellschaften gelegen hatte. Da die derzeit nachgewiesenen Erdölreserven des Landes nach Einschätzung von Experten noch im 21. Jahrhundert erschöpft sein werden, treibt Katar die Exploration neuer Vorkommen (erfolgreich) voran und konzentriert zunehmend auch die Erdgasförderung. Die Erdgasvorkommen des North-Dome-Field zählen zu den größten bekannten Reserven der Welt (geschätztes Volumen: mehr als 14 Billionen Kubikmeter). Katar ist seit 1961 Mitglied der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC).
Wichtige Industriestandorte sind z. B. die Hauptstadt Doha und die Stadt Umm Said, südlich von Doha. In Umm Said ist ein moderner Komplex der Schwerindustrie mit beispielsweise Petrochemie, Raffinerie, Flüssiggas-, Stahl- und Düngemittelproduktion ansässig. Neben dem führenden Unternehmen des Landes, die Qatar General Petroleum Corporation, haben auch Firmen alteingesessener Kaufmannsfamilien große wirtschaftliche Bedeutung. Von der Großindustrie abgesehen gibt es in Katar auch zahlreiche mittelständische Geschäfts- und Handwerksbetriebe.
Währungseinheit ist der Katar-Riyal zu 100 Dirham. Mehr als 90 Prozent der Exporterlöse werden durch Erdöl, Erdgas und petrochemische Produkte erzielt. Daneben werden Stahl und Kunstdünger ausgeführt. Hauptimportprodukte sind Maschinen, Konsumgüter und Nahrungsmittel. Wichtigste Handelspartner sind Japan, Großbritannien, die Vereinigten Staaten, Thailand, Singapur und Deutschland.
In Katar gibt es keine Eisenbahnen. Die Länge des Straßennetzes beträgt 1 230 Kilometer; 90 Prozent davon sind befestigt. In Doha gibt es einen internationalen Flughafen (2000: 1,3 Millionen Fluggäste), der bis 2005 ausgebaut werden soll – die geplante Abfertigungskapazität liegt bei fünf Millionen Gästen pro Jahr. Die wichtigsten Exporthäfen befinden sich in Umm Said und auf der Insel Halul.
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