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Österreich, Republik in Mitteleuropa, grenzt im Nordosten an die Tschechische Republik und die Slowakei, im Osten an Ungarn, im Süden an Slowenien und Italien, im Westen an die Schweiz und an Liechtenstein und im Nordwesten an Deutschland. Österreich hat eine Gesamtfläche von 83 858 Quadratkilometern. Die Hauptstadt des Landes ist Wien.

Die Alpen- und Donaurepublik erstreckt sich vom Bodensee im Westen bis zum Neusiedler See im Osten. Die maximale Ausdehnung beträgt von Westen nach Osten etwa 570 Kilometer, von Norden nach Süden rund 300 Kilometer, an der schmalsten Stelle in Vorarlberg nur knapp 35 Kilometer.

Über 60 Prozent des Landes gehören zu den Ostalpen, die durch Längstäler in drei Großräume gegliedert werden: Die Nördlichen Kalkalpen, der Wienerwald und der Bregenzer Wald bilden einen naturräumlichen Großraum; sie gehören zu den Nordalpen und umfassen zahlreiche Alpenrandseen. Zu den größten Berggruppen gehören Lechtaler Alpen, Allgäuer Alpen sowie Nordtiroler, Salzburger und Steirisch-Niederösterreichische Kalkalpen. Östlich des Inntales ist das Gestein stark verkarstet.

Die Längstäler der Flüsse (von West nach Ost) Inn, Salzach und Enns begrenzen die Nördlichen Kalkalpen nach Süden. An sie schließen nach Süden als weitere Großeinheit die aus kristallinen Gesteinen aufgebauten Zentralalpen an. Dazu gehören der österreichische Anteil an der Silvrettagruppe, Ötztaler, Stubaier und Zillertaler Alpen, Hohe und Niedere Tauern sowie die Gurktaler Alpen. In den Hohen Tauern erhebt sich der Großglockner, mit 3 797 Metern der höchste Berg des Landes.

Der dritte Großraum schließlich umfasst die von den Zentralalpen durch Puster- und Drautal getrennten Südlichen Kalkalpen mit den Gebirgszügen der Gailtaler Alpen, der Karnischen Alpen und der Karawanken. Diese Bergketten nehmen im Vergleich zu den Nördlichen Kalkalpen und den Zentralalpen eine verhältnismäßig kleine Fläche ein.

Im Norden gehen die Alpen in das hügelige Alpenvorland über, das sich bis zum Donautal erstreckt. Hier liegen das Hügelland des Innviertels und der Hausruck. In nordöstlicher Richtung steigt das Land im Weinviertel allmählich zum Karpatenvorland an. Mühl- und Waldviertel sind Teile des Böhmischen Massivs. Sie erreichen im Plöckenstein mit 1 378 Metern ihren höchsten Punkt. Das Wiener Becken ist ein Einbruchsbecken zwischen den Alpen und den Karpaten; es begrenzt die Alpen in östlicher Richtung. Die Grazer Bucht im Südosten des Landes gehört bereits zum Pannonischen Becken. Zahlreiche Alpenpässe, wie der Brenner, der Plöckenpass, das Timmelsjoch und der Semmering, ermöglichen die Überquerung der Gebirgszüge.

Fast das gesamte Land (96 Prozent) liegt im Einzugsbereich der Donau. Eine Ausnahme bilden Vorarlberg, das vom Rhein durchzogen wird, und Teile des Mühl- und Waldviertels, die im Einzugsbereich der Elbe bzw. der in die Elbe mündenden Moldau liegen. Der längste Fluss Österreichs ist die Donau, die bei Passau in das Land eintritt und Österreich auf einer Länge von etwa 350 Kilometern von Westen nach Osten durchfließt. Sie strömt u. a. durch Linz und Wien und verlässt Österreich nahe Preßburg, der Hauptstadt der Slowakei. Die längsten rechten Nebenflüsse der Donau sind die auf deutschem Staatsgebiet bzw. als Grenzfluss mündenden Lech und Inn mit Salzach sowie Traun, Enns und Ybbs. Im Süden des Landes ist die an der östlichen Grenze Kroatiens in die Donau mündende Drau (mit Mur und Mürz) ein wichtiger Nebenfluss. Von links münden kleinere Flüsse wie Krems und March.

In Österreich gibt es zwei markante Seenlandschaften, das Salzkammergut mit Atter-, Traun-, Mond- und Wolfgangsee sowie das Gebiet der Seen in Kärnten mit Weißensee sowie Ossiacher, Millstätter und Wörther See. Diese Seen entstanden in von eiszeitlichen Gletschern geformten Becken. Größter See des Landes ist der Neusiedler See. Er hat eine maximale Wassertiefe von nur zwei Metern.

Österreich befindet sich größtenteils im Bereich des mitteleuropäischen Übergangsklimas, das durch ozeanische und kontinentale Einflüsse gekennzeichnet ist. Das Klima prägende Faktoren sind vorherrschende Westwinde und hohe Niederschläge. Die Alpen bilden einen eigenen Klimaraum; hier herrscht alpines Klima mit kurzen, kühlen Sommern und schneereichen Wintern. Die Niederschläge erreichen hier bis zu 3 000 Millimeter im Jahr. Lediglich in den Leelagen der Becken- und Tallandschaften innerhalb der Alpen sind die Niederschläge deutlich geringer.

Der Westen und der Norden des Landes stehen unter ozeanischen Einflüssen mit hohen Jahresniederschlägen (bis 2 000 Millimeter) und vergleichsweise geringen Schwankungen der Temperatur im Jahresverlauf. Relativ milden Wintern stehen mäßig warme Sommer gegenüber. In Salzburg liegt die mittlere Temperatur im Januar bei -2 °C, im Juli bei 18 °C.

In den östlichen Landesteilen herrscht kontinentales Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern. Die Mitteltemperaturen betragen um -4 °C im Januar und etwa 20 °C im Juli. Die Niederschlagsmengen liegen hier bei rund 600 Millimetern pro Jahr.

47 Prozent des österreichischen Staatsgebiets sind bewaldet (2000). Wälder mit Eichen und Buchen als vorherrschenden Baumarten bedecken weite Flächen des nördlichen Alpenvorlandes. Im Waldviertel und im Hausruck sowie in den tieferen Lagen der Nördlichen und Südlichen Kalkalpen und des Ostteils der Zentralalpen sind Laub- bzw. Laubmischwälder mit Buche, Eiche, Ahorn und Fichte verbreitet. Sie gehen in mittleren Lagen zunächst in Tannen-Fichten-Wälder über. Mit zunehmender Höhe steigen die Anteile von Lärchen und Zirbelkiefern (Arven), die zunächst geschlossene Bestände bilden, nahe der Waldgrenze (in 1 500 bis 2 200 Meter Höhe) dann in kleineren Baumgruppen auftreten. Oberhalb der Waldgrenze sind Sträucher, alpine Rasen und Polsterpflanzen verbreitet. Im Kleinen Ungarischen Tiefland gibt es Steppenvegetation.

Der saure Regen stellt das schwerwiegendste Umweltproblem Österreichs dar. Er entsteht infolge von Industrieemissionen, ein durch den Tourismus bedingtes hohes Verkehrsaufkommen und beträchtliche Luftverschmutzung durch andere Länder – vor allem Deutschland, die Slowakei und die Tschechische Republik. Ein Viertel der Wälder ist davon betroffen, und in einigen Gegenden wird der Baumbestand voraussichtlich spürbar zurückgehen. Flächenintensive Landwirtschaft, der Bau von Staudämmen zur Erzeugung von hydroelektrischer Energie und die durch den Rückgang der Waldgebiete bedingte Bodenerosion stellen weitere Bedrohungen für die Umwelt dar.

Die Tierwelt Österreichs umfasst überwiegend mitteleuropäische Arten. Charakteristische Säugetiere der höheren Bergregionen sind Gämsen, Steinböcke und Murmeltiere, in den Wäldern leben u. a. Rehe, Rothirsche und Wildschweine. In Österreich gibt es zwei Dutzend frei lebender Braunbären, die seit 1997 in einem Schutzprogramm betreut werden. Im östlichen Landesteil leben Feldhamster und Ziesel. Hinsichtlich der Avifauna (Vogelwelt) sind Brutvorkommen von Purpurreihern, Löfflern und Großtrappen besonders bemerkenswert; der Waldrapp wurde wieder eingebürgert. Zudem übersommern in Österreich Gänsegeier. Im warmen Klima Südkärntens sind Sandottern, Äskulapnattern und Mauereidechsen beheimatet.

Für den Naturschutz sind in Österreich hauptsächlich die neun Bundesländer zuständig. Insgesamt stehen ungefähr 24 Prozent des Landes unter Naturschutz, es gibt drei Nationalparks und Hunderte von Naturreservaten, Naturparks und Landschaftsschutzgebieten. Innerhalb der Schutzzonen ist Jagen und Fischen mit lokalen Einschränkungen normalerweise erlaubt. In Österreich gibt es 18 vom Europarat anerkannte Reservate und sechs Biosphärenreservate, die der UNESCO unterstehen.

Die Einwohnerzahl beträgt 8,17 Millionen (2004), was einer Bevölkerungsdichte von 99 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. Das jährliche Bevölkerungswachstum liegt bei 0,14 Prozent (2004). Die Lebenserwartung beträgt für Männer 76 Jahre und für Frauen 81,9 Jahre (2004). Die Bevölkerung ist sehr ungleichmäßig über das Land verteilt. Weite Gebiete in den Alpen sind unbewohnt. Etwa 93 Prozent der Bevölkerung sind Österreicher. Zu den zahlenmäßig stärksten Minderheiten zählen Deutsche, Kroaten, Ungarn (vor allem im Burgenland), Slowenen (überwiegend in Kärnten), Tschechen (besonders in Wien) und jeweils eine kleinere Gruppe Italiener, Serben und Rumänen.

68 Prozent der Bevölkerung leben in Städten (2002). Größte Stadt des Landes ist die Hauptstadt Wien mit 1,56 Millionen Einwohnern. Weitere bedeutende Städte sind Graz, ein Zentrum für Schwerindustrie (227 000 Einwohner), Linz, Donauhafen und Landeshauptstadt Oberösterreichs (186 000 Einwohner), das Kultur- und Fremdenverkehrszentrum Salzburg (145 000 Einwohner) und Innsbruck, die Landeshauptstadt von Tirol, die ebenfalls ein beliebter Fremdenverkehrsort ist (114 000 Einwohner).

Die Amtssprache in Österreich ist Deutsch, regional auch Slowenisch und Kroatisch. Die bedeutendsten Minderheitensprachen sind Serbisch, Türkisch, Kroatisch, Slowenisch, Ungarisch und Tschechisch. Etwa 78 Prozent der Bevölkerung gehören der römisch-katholischen Kirche an. Ungefähr 5 Prozent sind Protestanten. Der Rest setzt sich aus verschiedenen Minderheiten zusammen, darunter Muslime und Juden.

Neben Neujahr (1. Januar) ist auch Epiphanias (6. Januar) ein Feiertag. Der österreichische Fasching erfreut sich großer Beliebtheit. Die Faschingszeit wird von der Fastenzeit abgelöst. In Österreich feiert man den Ostersonntag und -montag. Gesetzliche Feiertage sind der Tag der Arbeit am 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag und -montag, Fronleichnam und Mariä Himmelfahrt (15. August). Österreich begeht seinen Nationalfeiertag am 26. Oktober. Allerheiligen ist am 1. November und Mariä Empfängnis am 8. Dezember. Die Weihnachtsfeiertage stehen im Zeichen der Familie.

Der Lebensstandard der Bevölkerung ist einer der höchsten in Europa. Das Gesundheitswesen ist hervorragend entwickelt. Sozial- und Altersabsicherung sind gut ausgebaut. Auch in Österreich hat sich die Arbeitslosenrate im Zuge der weltweiten Rezession erhöht; sie liegt jedoch mit 3,6 Prozent (2001) im Vergleich zu vielen anderen Ländern in Europa niedrig.

Die Grundlage des österreichischen Bildungswesens bildet das Landesgesetz, das eine Schulpflicht von 9 Jahren für alle Jugendlichen vorschreibt. Österreichs Tradition kostenloser Erziehungseinrichtungen geht auf das Reformgesetz für Bildung von 1774 unter Kaiserin Maria Theresia zurück.

Die größte der 18 Universitäten des Landes ist die Universität Wien, die 1365 gegründet wurde. Zu den wichtigsten Bildungseinrichtungen zählen weiterhin die Universitäten von Graz, Innsbruck und Salzburg. Österreich hat zwei technische Universitäten, Fachhochschulen für Bergbau, Landwirtschaft, Veterinärmedizin und Handel sowie fünf Kunst- und Musikakademien, die für ausländische Studenten attraktive Sommerkurse anbieten.

Die größte der 2 400 Bibliotheken des Landes ist die Nationalbibliothek, die 1526 errichtet wurde. Die einstige königliche Sammlung enthält Staatspapiere, die bis auf das Jahr 816 zurückgehen, sowie Sammlungen des Heiligen Römischen Reiches von 1555, Dokumente zur Geschichte des Österreichischen Kaiserreiches, des Österreichisch-Ungarischen Königreiches und der Zeit nach 1918.

Die Wiener Museen für Kunst und Wissenschaft sowie viele der Privatsammlungen genießen internationalen Ruf. Das Kunsthistorische Museum in der Landeshauptstadt ist für seine Gemäldesammlung der Malerfamilie Breughel und die Arbeiten holländischer, italienischer und deutscher Meister bekannt. Ebenfalls über die Grenzen des Landes hinaus bekannt sind die Albertina mit Drucken, Kupferstichen (u. a. von Albrecht Dürer) und Zeichnungen, die Schatzkammer in der Hofburg mit den Juwelen und Reliquien des Heiligen Römischen Reiches, die Österreichische Galerie, das Technische Museum und das Museum für Volkskunde. Salzburg, der Geburtsort von Wolfgang Amadeus Mozart, unterhält zwei Museen mit Manuskripten und Erinnerungsstücken des Komponisten.

Neben Mozart haben Komponisten wie Paul von Hofhaimer, Johann Joseph Fux, Matthias Georg Monn, Georg Christoph Wagenseil, Johann Nepomuk Hummel, Anton Bruckner, Joseph Haydn, Franz Schubert, Johann Strauß, Ludwig van Beethoven, Franz von Suppé, Gustav Mahler, Alban Berg, Anton Webern, Franz Lehár, Franz von Suppè, Arnold Schönberg, Hugo Wolf, Franz Schreker, Alexander von Zemlinsky, Fritz Kreisler, Robert Stolz, Gottfried von Einem, Friedrich Gulda und Friedrich Cerha sowie die Dirigenten Felix Weingartner, Clemens Krauss, Karl Böhm, Herbert von Karajan, Carlos Kleiber und Nikolaus Harnoncourt – neben vielen anderen – die österreichische Musik sowie die Musikgeschichte generell bereichert; bedeutend war auch die Wiener Schule. Die Wiener Sängerknaben, die Wiener Philharmoniker und die Wiener Symphoniker genießen Weltruf; bekannt wurden darüber hinaus die Tänzerin Fanny Elßler, der Pianist Alfred Brendel sowie der Liedermacher Wolfgang Ambros und der Sänger Falco.

Wien besitzt zwei Opernhäuser, die Volksoper (1904 eröffnet) und die Wiener Staatsoper (1869 fertig gestellt), die für ihre prachtvolle Architektur und die hohe Qualität ihrer Darbietungen bekannt sind. Zusätzlich verfügt die Hauptstadt über das Burgtheater. Die Sommerfestivals in Wien und Bregenz sind musikalische Ereignisse höchsten Ranges, ebenso wie die Musik und Theater gleichermaßen verpflichteten Salzburger Festspiele.

Grundlage der 1998 letztmals geänderten Verfassung Österreichs ist das Bundes-Verfassungsgesetz von 1920 in der Fassung von 1929, das eine parlamentarisch-demokratische Bundesrepublik vorschreibt. Wie die Verfassungen vieler westlicher Demokratien sieht auch die Verfassung Österreichs eine Trennung von Exekutive, Legislative und Judikative vor. Die Verfassung räumt Minderheiten gesonderte Rechte ein.

Jedes der neun Bundesländer verfügt über einen Landtag, der nach dem Vorbild des Nationalrates gewählt wird. Der Landtag ist ein Einkammerparlament und wählt einen Landeshauptmann. Der Landeshauptmann ist verpflichtet, der Bundesregierung jedes Gesetz zur Genehmigung vorzulegen. Der Landtag kann jedoch ein Veto der Regierung durch einen Mehrheitsbeschluss überstimmen.

Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident, der vom Volk für die Dauer von sechs Jahren gewählt wird. Er ernennt neben dem Bundes- und dem Vizekanzler auch Minister und Staatssekretäre, die gemeinsam die Regierung bilden. Der Bundesregierung steht der Bundeskanzler vor. Weiterhin gehören der Bundesregierung der Vizekanzler, die Minister und die Staatssekretäre an.

Die Legislative liegt beim Nationalrat und beim Bundesrat, der die Länderinteressen vertritt. Die 183 Mitglieder des Nationalrates werden nach dem Verhältniswahlrecht für einen Zeitraum von vier Jahren vom Volk gewählt. Der Bundesrat besteht aus 64 Mitgliedern, die durch die Landesregierungen für einen Zeitraum zwischen vier und sechs Jahren eingesetzt werden; die Anzahl der Sitze je Bundesland ergibt sich aus den Einwohnerzahlen der Länder. Obwohl der Bundesrat nur beratende Funktion hat, kann er die Verabschiedung von Gesetzen verzögern.

Es gibt drei oberste Instanzen: Der Verfassungsgerichtshof und der Verwaltungsgerichtshof nehmen die außerordentliche Gerichtsbarkeit wahr. Der Oberste Gerichtshof ist die höchste Instanz der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Darunter gibt es vier Oberlandesgerichte, 17 Kreis- und Landesgerichte und etwa 200 Bezirksgerichte.

Österreich ist in neun Bundesländer unterteilt: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg und Wien. Städte und Dörfer werden durch gewählte Gemeinderäte verwaltet, deren Mitglieder wiederum einen Bürgermeister wählen.

Die wichtigsten Parteien des Landes sind die Österreichische Volkspartei (ÖVP), die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ), die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), die Grüne Alternative Liste und das Liberale Forum (LiF).

1955 wurde in Österreich die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Die Wehrpflicht beim Bundesheer beträgt in der Regel acht Monate. Am 11. Februar 1998 beschloss der Nationalrat die Reduzierung der Heeresstärke von 120 000 Soldaten auf 92 000; zudem werden seit April 1998 auch Frauen zum freiwilligen Dienst im Heer zugelassen.

Österreich verfügt über eine moderne Wirtschaftsstruktur. Das produzierende Gewerbe ist sehr vielseitig entwickelt, und der Dienstleistungssektor ist differenziert aufgebaut. Eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung nimmt der Tourismus ein. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 204 066 Millionen US-Dollar (2002). Hierzu trug der Dienstleistungssektor 65,6 Prozent, die Industrie 32,1 Prozent und die Landwirtschaft 2,2 Prozent bei. Rechnerisch ergibt sich damit ein BIP pro Einwohner von 25 360 US-Dollar. Rund 64 Prozent der Erwerbstätigen sind in der Dienstleistungsbranche beschäftigt, 30 Prozent in der Industrie und 6 Prozent in der Landwirtschaft.

Von der Gesamtfläche des Landes eignen sich etwa 42 Prozent zur landwirtschaftlichen Nutzung. In den Alpen und im Alpenvorland sind vor allem Milchwirtschaft und Viehzucht verbreitet. Der Ackerbau beschränkt sich auf die flacheren Gebiete im Nordosten des Landes, auf Niederösterreich und das Burgenland. Wichtigste Anbauprodukte sind Mais, Gerste, Zuckerrüben, Weizen und Kartoffeln. Wein- und Obstbau werden in den klimatisch begünstigten Regionen betrieben.

47 Prozent der Gesamtfläche des Landes sind bewaldet (2000). Ein umfangreiches Programm zur Wiederaufforstung und Erhaltung des Waldes wird seit Beginn der fünfziger Jahre durchgeführt, um die Schäden, die während des 2. Weltkrieges und durch die übermäßige Abholzung entstanden waren, auszugleichen. Mehr als 80 Prozent des Waldes bestehen aus Nadelhölzern, davon hauptsächlich Fichten, die für die Papierindustrie und die Bauwirtschaft eine wichtige Rolle spielen. Für die forstliche Nutzung besonders ergiebige Wälder befinden sich in der Steiermark und in Kärnten.

Österreich verfügt im Alpenraum über Blei-, Zink-, Wolfram- und Eisenerze. Der Magnesitbergbau liefert rund 7 Prozent der Weltproduktion. Auch der Salzbergbau hat an Bedeutung zugenommen. Weitere Bodenschätze sind beispielsweise Gips, Quarzsand, Graphit und Kaolin. Erdöl- und Erdgasvorkommen beschränken sich vor allem auf das Wiener Becken; in Oberösterreich und in der Steiermark gibt es Braunkohle. Der Umfang der Förderung ist bei den meisten mineralischen Rohstoffen rückläufig, da der Abbau in den meisten Fällen zunehmend an Rentabilität verliert. Österreich importiert daher einen Großteil der benötigten Rostoffe.

Die Industrie konzentriert sich in erster Linie auf die Landeshauptstädte und die wichtigsten Verkehrsachsen im Traisen- und Ybbstal sowie in der Mur-Mürz-Furche. Betriebe der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sind im gesamten Land verbreitet, während sich die Textil- und Bekleidungsindustrie hauptsächlich in und um Wien angesiedelt hat. Für die Eisen- und Stahlindustrie ist Linz, für den Fahrzeugbau Steyr der wichtigste Produktionsstandort. Chemische Erzeugnisse und Erdölprodukte werden in Linz, Sankt Pölten, Schwechat und Traiskirchen hergestellt.

Offizielle Währungseinheit ist seit dem 1. Januar 2002 der Euro zu 100 Cents, der den Österreichischen Schilling (Kürzel: ATS) zu 100 Groschen als alleiniges Zahlungsmittel ablöste. In einer (freiwilligen) Übergangsphase wurde der Schilling noch bis März bzw. April 2002 vom Einzelhandel angenommen und kostenlos von den Banken in Euro umgetauscht. Spätestens ab April 2002 ist der Umtausch nur noch bei der Österreichischen Nationalbank und der Münze Österreich möglich. Ab dem 1. Juli 2002 wird der Österreichische Schilling ungültig. Siehe auch Europäische Wirtschafts- und Währungsunion

Die bislang schon größte österreichische Bank, die Bank Austria, übernahm im Januar 1997 für rund 17,5 Milliarden Schilling (etwa 1,27 Milliarden Euro) die Creditanstalt-Bankverein AG (CA) und gehört damit fortan zu den dreißig größten Bankhäusern Europas. Über diese beiden Großbanken werden rund 70 Prozent aller in Österreich getätigten kommerziellen Bankgeschäfte und etwa 80 Prozent des Wiener Börsenhandels abgewickelt. Die Bank Austria war 1991 durch eine Fusion aus der Wiener Zentralsparkasse und der österreichischen Länderbank entstanden.

Die Handelsbilanz Österreichs ist negativ; die Kosten für Importe übersteigen die Erlöse aus dem Export. Maschinen, Kraftfahrzeuge, Rohstoffe, Konsumgüter und chemische Erzeugnisse sind die Haupteinfuhrgüter. Zu den wichtigsten Exportartikeln zählen Maschinen, Eisen und Stahl, Textilien, Motoren- und Motorenteile sowie Metallwaren. Deutschland ist zugleich der größte Markt und der größte Lieferant für die österreichische Industrie. Weitere bedeutende Handelspartner sind Italien und andere Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, Japan, die Vereinigten Staaten, die Schweiz und Ungarn.

Österreich verfügt über ein hoch entwickeltes Schienen-, Luftfahrt-, Wasser- und Straßenverkehrsnetz. Die Schifffahrt beschränkt sich hauptsächlich auf die Donau. Die staatliche Donaudampfschiffahrts-Gesellschaft, das größte Schifffahrtsunternehmen des Landes, befördert Frachtgut und Personen. Die Flughäfen des Landes werden von vielen internationalen Fluglinien angeflogen. Der Flugverkehr konzentriert sich hauptsächlich auf Schwechat in der Nähe von Wien. Austrian Airlines, die staatliche Fluglinie, fliegt europäische und inländische Routen. Als wichtiges Transitland verfügt Österreich über zahlreiche Alpenpässe. Vor allem die Nord-Süd-Achsen (u. a. Brennerpass und Tauern-Autobahn) werden durch den Güter- und Reiseverkehr von Mittel- nach Süd- und Südosteuropa stark befahren. Insgesamt umfasst das Straßennetz rund 200 000 Kilometer (2000), das Schienennetz erstreckt sich über 5 780 Kilometer (2000).

Das kulturelle Angebot und die Vielzahl der Erholungsmöglichkeiten ziehen alljährlich eine große Anzahl von Touristen nach Österreich, so dass der Fremdenverkehr ein bedeutender Wirtschaftszweig geworden ist. Neben den Alpen sind vor allem die größeren Städte bevorzugte Reiseziele der Besucher (1999 rund 17,6 Millionen Auslandsgäste), von denen mehr als die Hälfte aus Deutschland kommen.

Österreich betreibt zahlreiche Wasserkraftwerke, die 67,2 Prozent des Strombedarfs des Landes decken (2001). Der restliche Teil wird überwiegend in Wärmekraftwerken erzeugt. Die Nutzung der Kernenergie wurde durch Volksentscheid im Jahr 1978 abgelehnt.

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