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Pakistan, amtlich Islami Jumhuriya-e Pakistan (Islamische Republik Pakistan), Republik in Südasien, grenzt im Norden und Nordwesten an Afghanistan, im Norden an China, im Nordosten an Jammu and Kashmir, im Osten und Südosten an Indien, im Süden an das Arabische Meer und im Westen an den Iran. Über den Status von Jammu and Kashmir (auch bekannt als Kaschmir) herrscht zwischen Indien und Pakistan keine Einigkeit. Pakistan wurde 1947 unabhängig und umfasst bis Dezember 1971 die Provinz Ostpakistan; diese nahm nach ihrer Abspaltung von Pakistan den Staatsnamen Bangladesch an. Das Staatsgebiet Pakistans umfasst 796 095 Quadratkilometer ohne den unter pakistanischer Kontrolle stehenden Teil von Jammu and Kashmir. Die Hauptstadt Pakistans ist Islamabad; die größte Stadt ist Karachi.

Pakistan befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem Mittleren Osten und dem Indischen Subkontinent. Im Norden hat es Anteil an einigen der höchsten Gebirgsketten der Erde. Das Land erstreckt sich von Norden nach Süden über circa 1 600 Kilometer, die West-Ost-Ausdehnung beträgt rund 1 400 Kilometer. Die Küstenlänge liegt bei etwa 1 046 Kilometern.

Das Industiefland nimmt mehr als ein Drittel der Staatsfläche ein. Westlich der Stromebene erheben sich Gebirgsketten wie das Sulaimangebirge (bis 3 441 Meter hoch) und das Kirthargebirge, an die im Südwesten Pakistans das Hochland von Belutschistan anschließt. Im Norden hat Pakistan Anteil an den Hochgebirgen Hindukusch, Karakorum und Himalaya. Im Osten geht die Indusebene in die Wüste Tharr (Große Indische Wüste) über, die auch auf indisches Staatsgebiet übergreift.

Die höchste Erhebung in Pakistan ist der K 2 (Mount Godwin-Austen). Der 8 610 Meter hohe Berg befindet sich im Karakorum und ist nach dem Mount Everest der zweithöchste Berg der Erde. Weitere Achttausender auf pakistanischem Gebiet sind u. a. der Nanga Parbat sowie Gasherbrum I und II. Eine wichtige Verkehrsverbindung ist der Khyber-Pass. Er verläuft durch das Gebirge Safid Kuh (Safed Koh) an der pakistanisch-afghanischen Grenze.

Längster Fluss des Landes ist der Indus, der Pakistan auf einer Länge von rund 2 200 Kilometern durchfließt und in einem Delta in das Arabische Meer mündet. Seine linken Nebenflüsse Jhelum, Chenab, Ravi, Beas und Sutlej bilden im Osten des Landes das Fünfstromland (siehe Punjab).

Pakistan wird von kontinentalem Klima geprägt, die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede nehmen mit zunehmender Entfernung von der Küste zu. In Karachi an der Küste liegt die mittlere Temperatur im Januar bei 19 °C, im Juli bei 30 °C, in Lahore am Gebirgsrand liegen die entsprechenden Werte bei 12 °C bzw. 32 °C. In der Wüste Tharr wurde bereits ein absolutes Maximum von 52 °C gemessen.

Die Jahresniederschläge sind insgesamt gering. Die höchsten Werte werden mit durchschnittlich 1 200 Millimetern an den windexponierten Hängen der Hochgebirge erreicht. Im Punjab liegen die Mittelwerte bei rund 500 Millimetern, während in der Wüste Tharr in trockenen Jahren 100 Millimeter unterschritten werden können. Der meiste Niederschlag fällt zur Zeit des Sommermonsuns zwischen Juli und September.

Die Vegetation variiert mit Höhenlage und Jahresniederschlag. Im überwiegenden Teil des Landes dominieren Steppen oder wüstenartige Landschaften, der natürliche Pflanzenwuchs besteht größtenteils aus dürreresistenten Gräsern und niedrigen Bäumen. Alpiner Pflanzenbewuchs ist an den Hängen des Hochgebirges zu finden. Die Wetterseiten sind bewaldet; hier gedeihen Fichten, immergrüne Eichen, Kiefern und die Himalayazeder.

Pakistan hat eine vielfältige Tierwelt, dazu gehören Arten wie die in Mitteleuropa heimischen Rothirsche und Wildschweine. In den Hochgebirgen leben Schneeleoparden, Leoparden, Braunbären, Steinböcke, Bezoarziegen und Wildschafe. In den Steppen sind Goldschakale, Streifenhyänen, Karakale, Steppenkatzen und Fischkatzen beheimatet. Im Indusdelta kommen Krokodile vor.

Die ethnische Zusammensetzung der pakistanischen Bevölkerung ist sehr vielfältig, da das Land in einer Region liegt, die von alters her immer wieder von neuen Einwanderern erobert wurde. Die Bewohner sind dravidischer, indoarischer, griechischer, skythischer, mongolischer, arabischer, persischer, türkischer und afghanischer Herkunft. Heute leben in Pakistan rund 50 Prozent Panjabi, 15 Prozent Paschtunen, 15 Prozent Sindhi, 10 Prozent Saraiki und 8 Prozent Urdu.

Die Einwohnerzahl des Landes beträgt etwa 154 Millionen (2004), was einer durchschnittlichen Bevölkerungsdichte von 197 Personen pro Quadratkilometer entspricht. Das jährliche Bevölkerungswachstum liegt bei 2 Prozent. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 62,6 Jahre (Männer 61,6 Jahre, Frauen 63,6 Jahre). 33,7 Prozent der Bevölkerung leben in Städten.

Pakistans größte Stadt und wirtschaftlicher und industrieller Mittelpunkt ist Karachi mit etwa 10,03 Millionen Einwohnern (2000). Weitere bedeutende Städte sind Lahore (5,45 Millionen), ein industrielles Zentrum, Faisalabad (2,14 Millionen), ein Zentrum der Baumwollindustrie, Rawalpindi (1,52 Millionen), Sitz verschiedener Industrien und wichtiger Militärstützpunkt, Hyderabad (1,22 Millionen), ein Industriestandort, Multan (1,26 Millionen) und Peshawar (988 000), der Mittelpunkt für den Handel mit Afghanistan. Islamabad (525 000) ist die Hauptstadt Pakistans.

Amtssprache in Pakistan ist Urdu, eine indoarische Sprache, die jedoch von vergleichsweise wenigen Menschen als Muttersprache gesprochen wird (ca. 8 Prozent). Urdu wird zur Stärkung des Nationalbewusstseins gefördert und dient den meisten Pakistanern als Zweitsprache. Panjabi ist die am weitesten verbreitete Sprache (ca. 66 Prozent), gefolgt von Sindhi, Paschtu, Belutschi und Brahui (indische Sprachen). In den gebildeten Kreisen wird auch Englisch gesprochen. Die vielen Sprachen und Dialekte Pakistans zeugen von der kulturellen Vielfalt des Landes.

Fast 100 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Islam, rund 90 Prozent davon sind sunnitische, der Rest schiitische Muslime. Hindus und Christen bilden religiöse Minderheiten. Daneben gibt es Sikhs, Parsen und eine kleine Zahl Buddhisten. Die Verfassung definiert Pakistan als islamische Nation; seit den Verfassungsänderungen von 1986 und 1991 ist die islamische Scharia oberste Rechtsquelle. Die Verfassung garantiert jedoch Glaubensfreiheit.

Weltliche Feiertage sind der Pakistan-Tag (23. März), der Tag der Arbeit (1. Mai), der Unabhängigkeitstag (14. August), der Tag der Verteidigung Pakistans (6. September), der Todestag des Staatsgründers Quaid-e-Azam (11. September), der Tag des Allama Iqbal (9. November) und der Geburtstag von Quaid-e-Azam (25. Dezember). Die islamischen Feiertage richten sich nach dem Mondkalender und fallen jedes Jahr auf einen anderen Tag. Zu den wichtigsten gehören: Eid-al-Fitr, das Dreitagefest am Ende des Monats Ramzan (Ramadan), Eid-al-Azha (Opferfest), das Abrahams Bereitschaft gedenkt, seinen Sohn zu opfern, sowie die Pilgerfahrt (Haj) nach Mekka und schließlich Eid-i-Milad-un-Nabi, der Geburtstag des Propheten Mohammed.

Die Gesundheitsfürsorge funktioniert in Pakistan wegen fehlender Finanzmittel und medizinischer Einrichtungen nur eingeschränkt, vor allem in ländlichen Gebieten. Auf einen Arzt kommen 2 703 Einwohner (1999), die Kindersterblichkeitsrate beträgt 75 Sterbefälle pro 1 000 Lebendgeburten (2004). 1976 wurde eine Altersversorgung eingeführt, die durch staatliche Fonds finanziert wird, aber nur relativ wenige Pakistanis sind dadurch im Alter abgesichert. Die Arbeitslosenquote beträgt 7,8 Prozent (2000).

Als muslimische Nation ist Pakistan stark von der Kultur und den Traditionen des Islam geprägt.

46,6 Prozent der erwachsenen Pakistanis können lesen und schreiben. Laut Verfassung besteht eine allgemeine Schulpflicht von drei Jahren, doch besuchen tatsächlich weniger als die Hälfte der fünf- bis neunjährigen Kinder eine Schule. Alphabetisierungskampagnen für Erwachsene spielen eine große Rolle im Kampf gegen das Analphabetentum. Zunehmende Bedeutung können religiös orientierte Schulen für sich in Anspruch nehmen. Die großstädtischen Eliten lassen ihren Nachwuchs bevorzugt an privaten Colleges ausbilden. Etwa 2 Prozent des Bruttosozialprodukts fließen in den Erziehungssektor.

Pakistan hat 24 staatliche Universitäten und Hochschulen, die teilweise bereits Ende des 19. Jahrhunderts gegründet wurden, außerdem drei private Universitäten. Zu den führenden universitären Einrichtungen Pakistans zählen die Universität Karachi (gegründet 1951), die Universität von Punjab (gegründet 1882) in Lahore, die Universität Peshawar (gegründet 1950), die Universität des Sind (gegründet 1947) in Dadu und die landwirtschaftliche Hochschule (gegründet 1909) in Faisalabad. Die staatlichen Hochschulen werden finanziell kaum unterstützt, Ausnahmen gelten nur für wenige Institute mit vorwiegend technologischer Ausrichtung.

In Karachi befinden sich die wichtigsten Bibliotheken des Landes; es sind die Liakat Memorial Library, die Central Secretariat Library und die Universitätsbibliothek. Erwähnenswert sind auch das pakistanische Staatsarchiv in Islamabad und die Öffentliche Bibliothek von Punjab in Lahore. Das pakistanische Nationalmuseum in Karachi besitzt bedeutende Ausstellungsstücke über die Induskulturen wie auch Gebrauchs- und Kunstgegenstände der buddhistischen und islamischen Sphäre. Kulturelle Zeugnisse sind ferner im Museum von Lahore und im Museum von Peshawar zu besichtigen. In Lahore gibt es auch ein Industrie- und Gewerbemuseum. Die Kultureinrichtungen Pakistans werden staatlicherseits kaum gefördert.

Die staatliche Fernsehanstalt Pakistan Television Corporation strahlt ein Fernsehprogramm aus, das von der Regierung kontrolliert und zensiert wird. Die ersten Übertragungen begannen 1964 in Lahore, ab 1966 auch in Karachi. Zeitungen erscheinen hauptsächlich in Urdu und Englisch. In Pakistan gibt es 352 Tageszeitungen und 560 Wochenzeitungen, viele in kleiner Auflage. Die wichtigsten Tageszeitungen sind in Lahore und Karachi konzentriert. Die Gesamtauflage aller Tageszeitungen lag 1999 bei rund 6 Millionen. Bezüglich der Pressefreiheit konstatierte die internationale Organisation Reporter ohne Grenzen für das Jahr 2000 eine „gefährliche Situation”.

Pakistan ist seit der Abspaltung von Ostpakistan im Jahr 1971 eine islamische Republik mit föderativem Staatsaufbau. 1973 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, die die seit 1956 gültige Verfassung ablöste. Nach dem Militärputsch von 1977 wurde jedoch das Kriegsrecht verhängt und die Verfassung von 1973 in weiten Teilen suspendiert. Erst 1985 wurde das Kriegsrecht aufgehoben und die Verfassung wiederhergestellt, allerdings mit Änderungen zugunsten der Rolle des Präsidenten, dem nun die Befugnis zugestanden wurde, den Ministerpräsidenten zu entlassen, das Parlament aufzulösen und bei Gesetzgebungsvorhaben sein Veto einzulegen. Durch weitere Verfassungsänderungen wurden 1997 diese Sonderrechte des Präsidenten wieder abgeschafft, 2002 jedoch erneut in die Verfassung aufgenommen. Nach dem Militärputsch von 1999 wurde erneut die Verfassung außer Kraft gesetzt, das Parlament zunächst suspendiert und 2001 schließlich aufgelöst. 2002 erfolgte die Rückkehr zu parlamentarischen Strukturen.

Nach der Verfassung von 1973, die 2002 letztmals geändert wurde, steht an der Spitze des Staates der Präsident, der für fünf Jahre von einem Wahlmännerkollegium gewählt wird. Ihm unterstellt ist der Ministerpräsident. Der Präsident verfügt über weit reichende Machtbefugnisse; so kann er den Ministerpräsidenten ernennen und entlassen und das Parlament auflösen.

Die Gesetzgebung liegt bei einem Zweikammerparlament, dem Oberhaus (Senat) und dem Unterhaus (Nationalversammlung). Die Nationalversammlung hat – seit der Änderung des Wahlsystems 2002 – 342 Sitze, davon sind 60 Sitze Frauen vorbehalten. Die Abgeordneten werden alle fünf Jahre in allgemeinen Wahlen gewählt. Der Senat hat 87 Sitze; seine Mitglieder werden indirekt durch die Provinzparlamente für eine Dauer von sechs Jahren gewählt. In Pakistan besteht allgemeines Wahlrecht ab 21 Jahren.

Das höchste Gericht in Pakistan ist der Oberste Gerichtshof. An der Spitze jeder Provinz steht ein Hochgericht. Ferner wurde ein islamisches Gericht (Scharia-Gerichtshof des Bundes) etabliert, das darüber entscheidet, ob die Gesetzgebung den Vorschriften des Islam widerspricht oder nicht. Seit 1991 ist ein Gesetz in Kraft, dem zufolge das Strafrecht mit der Scharia übereinstimmen muss. 1992 wurde die 1986 abgeschaffte Todesstrafe wieder eingeführt. Im Januar 2000 wurde die Justiz der seit dem Putsch vom Oktober 1999 amtierenden Militärregierung unterstellt.

Pakistan gliedert sich in vier Provinzen – Belutschistan, North-West Frontier Province (Nordwestliche Grenzprovinz), Punjab und Sind –, den Hauptstadtbezirk Islamabad sowie die der Zentralregierung direkt unterstehenden Stammesgebiete entlang der nordwestlichen Grenze zu Afghanistan. Den Provinzgouverneuren, die der Staatspräsident selbst ernennt, stehen gewählte Regionalversammlungen zur Seite. Die Provinzen sind nochmals in 50 Distrikte und so genannte Agencies (in den Stammesgebieten) unterteilt. Die Stammesgebiete – Khyber, Kurram, Malakand, Mohmand, Nord- und Südwaziristan – werden offiziell von politischen Vertretern regiert, die der Zentralregierung verantwortlich sind. In diesen Gebieten haben die pakistanischen Gesetze keine Gültigkeit, vielmehr werden sie nach Stammesrecht regiert.

Azad Kashmir, der westliche Teil der Region Jammu and Kashmir, der von Pakistan kontrolliert wird, hat seine eigene Regierung, einen eigenen Präsidenten, Premierminister und eigene Gerichte. Der nördliche Teil – Gilgit, Diamir und Baltistan – untersteht direkt der Zentralregierung.

Unter dem Kriegsrecht (1977-1985) wurden politische Parteien zuerst in ihrem Wirken rigoros eingeschränkt und im Oktober 1979 ganz verboten. Im Dezember 1985 durften sie ihre politische Arbeit wieder aufnehmen. Die ersten freien Wahlen nach dem Ende der Militärherrschaft gewann 1988 die linksgerichtete Pakistan People’s Party (PPP, Pakistanische Volkspartei), die in den sechziger Jahren von Zulfikar Ali Khan Bhutto gegründet worden und vor der Zeit des Kriegsrechtes die einflussreichste Partei im Land gewesen war. Nach Zulfikars Tod wurde die Partei von seiner Tochter Benazir Bhutto geführt. Aus den darauf folgenden Wahlen 1990 ging die Islamic Democratic Alliance (IDA, Islamische Demokratische Allianz) als Siegerin hervor. Die PPP wurde stärkste Oppositionspartei, bis 1993 eine neue Krise zur Abberufung des Ministerpräsidenten und zu Neuwahlen führte, die erneut die PPP an die Macht brachten. Die Muslim-Liga (PML, Pakistan Muslim League) wurde stärkste Oppositionspartei. Bei den Wahlen vom Februar 1997 erreichte die PML die absolute Mehrheit. Im Oktober 1999 übernahm das Militär nach einem unblutigen Putsch die Macht und löste das Parlament auf. Aus den ersten allgemeinen Wahlen nach dem Militärputsch im Oktober 2002 ging die dem Staatschef nahe stehende Abspaltung der Muslim-Liga Quaid-e-Azam (PML-Q) als stärkste Kraft hervor, gefolgt von der PPP, der als Majlis Muttahida Amal (MMA) angetretenen Koalition islamistischer Parteien und der dem letzten zivilen Ministerpräsidenten nahe stehende Fraktion der Muslim-Liga Nawaz Sharifs (PML-N).

Pakistan hat eine Freiwilligenarmee. Die Streitkräfte verfügen über 620 000 Soldaten, wovon der Armee 550 000 Mann, der Luftwaffe 45 000 Mann und der Marine 25 000 Mann angehören.

Im internationalen Vergleich gehört Pakistan zu den Ländern mit niedrigem Einkommen. Die Wirtschaft des Landes leidet trotz verschiedener Reformbestrebungen unter Strukturproblemen. Ein wichtiges Standbein der Wirtschaft ist die Landwirtschaft, insbesondere der Anbau von Baumwolle. Der Handel mit Baumwolle befindet sich noch weitgehend in staatlicher Hand. Ein Großteil der produzierten Baumwolle und der Produkte der einheimischen Textil- und Bekleidungsindustrie gehen in den Export; ebenfalls von Bedeutung ist der Export von Reis. Dagegen muss Pakistan Maschinen und Chemikalien (Düngemittel, Pflanzenschutzmittel) sowie in umfangreichem Maß Erdöl und -produkte einführen. Pakistan erhält beträchtliche Wirtschaftshilfe von ausländischen Staaten und von internationalen Organisationen. Das Land ist Mitglied u. a. der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds und der Welthandelsorganisation (WTO).

Pakistan investiert viel Geld in den Ausbau des Rüstungssektors (die Ausgaben für Verteidigungszwecke beliefen sich 2001 auf 17,84 Prozent der gesamten Staatsausgaben). Aufgrund seiner Atomtests im Mai 1998 wurde das Land seitens der USA 1998 mit einem Handelsembargo belegt. Zusätzlich blockierte der Internationale Währungsfonds Kreditauszahlungen, wodurch Pakistan an den Rand eines Staatsbankrotts geriet. Erst nach einer Lockerung des Embargos Anfang 1999 und Nachverhandlungen mit dem IWF entspannte sich die Lage langsam. Mit Hilfe eines einschneidenden Reformprogramms versuchte Pakistan seine Wirtschaft wiederzubeleben.

2002 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 59 Milliarden US-Dollar (Dienstleistungen 53,5 Prozent, Industrie 23,3 Prozent, Landwirtschaft 23,2 Prozent); das BIP pro Kopf lag bei 410 US-Dollar. Im Dienstleistungssektor sind 34 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt, in der Industrie 18 Prozent.

28,7 Prozent des Landes, hauptsächlich im Industiefland, sind landwirtschaftlich nutzbar, wobei der größte Teil der Anbaufläche künstlich bewässert wird. 48 Prozent aller Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Zu den wichtigsten Anbaufrüchten gehören Baumwolle, Zuckerrohr, Reis, Weizen und Mais. Die meisten Bewohner ländlicher Gebiete halten Vieh; die Bewohner trockener Hochebenen wie diejenigen in Belutschistan leben im Allgemeinen als nomadisierende Hirten. Die Tierhaltung umfasst überwiegend Rinder, Schafe, Büffel, Esel, Kamele und Hühner.

3,3 Prozent des Landes sind bewaldet. Der größte Teil des Holzeinschlages wird als Brennmaterial verwendet.

Die Fischerei ist unterentwickelt, wird aber extensiv betrieben. Der größte Teil des Fanges stammt aus dem Indischen Ozean. Gefangen werden u. a. Sardinen, Sardellen und Haie; auch der Garnelenfang ist bedeutend.

Die Bodenschätze des Landes sind noch nicht vollständig erforscht, umfassen aber Steinsalz, Kohle, Gips, Kalkstein, Schwefel, Ton, Graphit, Chrom-, Eisen- und Kupfererz sowie Erdöl- und Erdgasfelder. Viele bekannte Vorkommen, vor allem Eisenerz- und Kohlelagerstätten, sind von geringer Qualität. Kleinere Erdölfelder wurden zuerst 1915 entdeckt; bei intensiven Prospektierungen in den achtziger Jahren wurden vor allem im Sind neue Erdölquellen entdeckt. Ausgedehnte Erdgasvorkommen in der Grenzregion zwischen Belutschistan und Punjab sind seit den fünfziger Jahren bekannt.

Ein Großteil der verarbeitenden Industrie Pakistans ist in klein- und mittelständischen Betrieben organisiert. Große Bedeutung kommen der Textil- und Bekleidungsindustrie sowie der Nahrungsmittelindustrie und der Herstellung von Lederwaren zu. Weitere Industriezweige sind die chemische und die Metall verarbeitende Industrie. Die Herstellung von Teppichen hat ebenfalls wirtschaftliche Bedeutung.

Die Währungseinheit ist die Pakistanische Rupie (eine Rupie entspricht 100 Paisa). Die 1948 gegründete Staatsbank von Pakistan ist die Zentralbank. Einige führende Auslandsbanken haben Dépendancen im Land. Die Geschäfte der Banken und anderer Finanzinstitute unterliegen zum Teil dem islamischen Recht. So dürfen sie nach der geänderten Gesetzgebung von 1985 keine Zinsen für Transaktionen innerhalb des Landes zahlen und nach einer Scharia-Regelung von 1991 keine Zinsen berechnen. Stattdessen vermitteln Banken ein Geflecht von Investitionspartnerschaften mit Kunden.

Pakistans Handelsbilanz ist negativ. Hauptexportgüter sind Baumwollprodukte, synthetische Textilien, Nahrungsmittel, Lederwaren, Reis, Sportartikel und Teppiche. Das Land importiert vor allem Chemikalien, Nahrungsmittel (u. a. Weizen), Maschinen sowie Erdöl und -produkte. Pakistans wichtigste Handelspartner sind die EU, Japan, die USA, Saudi-Arabien und Kuwait.

Pakistan verfügt über 257 683 Kilometer Straßen (2001), von denen 59 Prozent asphaltiert sind. Das Streckennetz der pakistanischen Eisenbahn umfasst 7 791 Kilometer (2000). Karachi ist der größte und wichtigste Seehafen; ein weiterer wichtiger Hafen, Muhammad bin Qasim, wurde Anfang der achtziger Jahre eröffnet.

Die nationale Fluggesellschaft Pakistan International Airlines (PIA), zu 62 Prozent im Staatsbesitz, besorgt den Inlands- wie den Auslandsdienst und fliegt Ziele in rund 30 Ländern an. Internationale Flughäfen sind in Karachi, Lahore und Rawalpindi. Der Tourismus hat ebenfalls wirtschaftliche Bedeutung. Etwa 498 059 Touristen kommen jährlich nach Pakistan.

68,8 Prozent des Strombedarfs decken Wärmekraftwerke, der überwiegende Rest wird in Wasserkraftwerken wie z. B. der großen Anlage in Tarbela am Indus erzeugt. Das Atomkraftwerk bei Karachi liefert 1 Prozent der gesamten Stromproduktion.

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