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Panamá (Staat), Republik im Südosten der zentralamerikanischen Landbrücke, am Isthmus von Panamá. Das vom Panamákanal durchzogene Land grenzt im Norden an das Karibische Meer, im Osten an Kolumbien, im Süden an den Pazifischen Ozean und im Westen an Costa Rica. Die Gesamtfläche des Landes beträgt einschließlich der Kanalzone 75 517 Quadratkilometer. Die Hauptstadt ist Panamá.
Der Isthmus von Panamá gliedert das Land in einen westlichen und einen östlichen Teil. Panamás Küste am Karibischen Meer ist etwa 685 Kilometer lang, am Pazifischen Ozean rund 1 230 Kilometer. Den Küsten sind zahlreiche Inseln vorgelagert. Im Golf von Panamá auf der pazifischen Seite befindet sich der Archipiélago de las Perlas (Perlinseln), eine Gruppe von mehr als 100 Inseln unterschiedlicher Größe mit einer Gesamtfläche von rund 1 165 Quadratkilometern.
Der westliche Teil des Landes wird von der Serranía de Tabasará dominiert, die auch auf das Staatsgebiet von Costa Rica hinüberreicht. In diesem Gebirge erhebt sich im äußersten Westen von Panamá der erloschene Vulkan Barú; dieser auch unter dem Namen Chiriquí bekannte Berg ist mit 3 475 Meter Höhe der höchste Gipfel des Landes. Entlang der Karibikküste des östlichen Teils von Panamá erstrecken sich die Cordillera de San Blas und daran anschließend die Serranía del Darién mit maximalen Höhen knapp unter 1 000 Metern. Südlich von diesen beiden Bergketten breitet sich das Tiefland von Darién aus.
Die Gebirge sind Quellgebiet einer Vielzahl von Flüssen. Aufgrund der geringen Breite des Landes sind sie kurz und münden oft bereits nach weniger als 100 Kilometer Länge in das Meer. Zu den wichtigsten Flüssen des Landes gehören der Tuira und der bei Gatun durch einen Damm aufgestaute Chagres. Der dadurch entstandene künstliche See ist ein wichtiger Abschnitt des Panamákanals.
Beide Küsten Panamás sind stark durch Buchten und Landvorsprünge gegliedert. Größte Halbinsel ist die Península de Azuero an der pazifischen Seite; sie wird durch zwei weit ins Festland hineinreichende Buchten – den Golf von Chiriquí im Westen und den Golf von Panamá im Osten – begrenzt.
Panamá hat tropisches Klima mit ganzjährig hohen Temperaturen. In den Küstengebieten liegen die mittleren Jahrestemperaturen zwischen 23 und 27 °C, in höheren Lagen der Gebirge um 20 °C. Während die karibische Küste unter dem Einfluss des Passats bei Jahresniederschlägen zwischen 3 000 und 4 500 Millimetern immerfeucht ist, herrscht auf der pazifischen Seite bei wechselfeuchtem Klima mit Jahresniederschlägen um 2 000 Millimeter eine ausgeprägte Trockenzeit (Januar bis April).
Trotz seiner geringen Größe verfügt Panamá wegen seiner Funktion als Landbrücke zwischen Mittel- und Südamerika über eine bemerkenswerte Artenvielfalt. Panamás ausgedehnte Küsten- und Meeresökosysteme schließen ökologisch empfindliche Riffkomplexe an der karibischen Küste ein. Der Mangrovenfeuchtwald Panamás, der größte in Zentralamerika, ist ein gefährdetes Ökosystem. Panamás Schutzgebiete, Nationalparks, Wildschutzgebiete und Naturdenkmäler nehmen 18,8 Prozent (2000) der gesamten Landesfläche ein. In dieses System eingebunden ist der großflächige Nationalpark Darién, der von der UNESCO zum Weltnaturerbe und zum Biosphärenreservat ernannt wurde. Den Nationalpark La Amistad, einen großen grenzübergreifenden Park, verwaltet Panamá gemeinsam mit Costa Rica.
Die karibische Seite und der Osten Panamás sind von tropischem Regenwald mit einem dichten Unterwuchs aus Gräsern und Blütenpflanzen bedeckt. Die Abhänge auf der pazifischen Seite des Isthmus sind wegen des trockeneren Klimas mit einer vergleichsweise spärlichen Decke von Laubbäumen und Grasebenen oder Savannen überzogen. Das Land bietet mehr als 2 000 verschiedenen Arten tropischer Pflanzen geeigneten Lebensraum.
In Panamá leben 218 (2000) Säugetierarten, 732 (2000) Vogelarten, 226 (2000) Reptilienarten und 164 (2000) Amphibienarten. Zu den Wildtieren in Panamá gehören fast alle in Südamerika einheimischen Arten, darunter Puma, Gürteltier, Ozelot, Ameisenbär, Klammeraffe, Faultier und Damwild. An Reptilien finden sich Alligatoren, Krokodile und verschiedene Arten von Schlangen. Es gibt sehr viele farbenprächtige tropische Vögel, aber auch Enten und andere in Nordamerika häufig vorkommende Zugvögel. Außerdem finden sich große Bestände verschiedener Fischarten.
Etwa zwei Drittel der Panamáer sind Mestizen. Neben Schwarzen und Mulatten (13 Prozent), Weißen (10 Prozent) und Indianern (8 Prozent; überwiegend Cuna, Guaymí und Chocó) leben auch einige Asiaten in Panamá.
Panamá hat etwa 3 Millionen Einwohner (2004). Die Bevölkerungsdichte beträgt 40 Einwohner pro Quadratkilometer. Die Lebenserwartung liegt für Männer bei 69,8 Jahren, für Frauen bei 74,6 Jahren (2004).
Größte Stadt ist die Hauptstadt Panamá (463 000 Einwohner). Weitere bedeutende Städte sind San Miguelito (292 000), Colón (191 000) und David (76 000). 57 Prozent der Bevölkerung leben in Städten (2002).
Amtssprache in Panama ist Spanisch. Für einen Teil der Bevölkerung ist Englisch die Muttersprache, viele beherrschen Englisch als Zweitsprache. Die meisten Schwarzen sprechen kreolisches Englisch. In manchen Regionen sind indianische Sprachen wie Cuna oder Guaymí verbreitet.
Rund 96 Prozent der Bevölkerung gehören der römisch-katholischen Kirche an. Außerdem leben in Panamá Protestanten (2 Prozent), Muslime sowie Anhänger indigener Religionen.
Gesetzliche Feiertage sind der Neujahrstag (1. Januar), der Tag der Märtyrer (9. Januar), Ostern (Karfreitag bis Ostermontag), der Tag der Arbeit (1. Mai), der Gründungstag der Hauptstadt Panamá (15. August), der Kolumbustag (12. Oktober), der Tag der Unabhängigkeit von Kolumbien (3. November), der Tag der Einführung der Nationalflagge (4. November), der Aufstand von Los Santos (10. November), der Tag der Unabhängigkeit von Spanien (28. November), der Tag der Unbefleckten Empfängnis (8. Dezember), der Nationaltrauertag (20. Dezember) und der 1. Weihnachtsfeiertag (25. Dezember). Jeder Ort feiert zudem seinen Schutzheiligen.
Von staatlicher Seite wurde in den vergangenen Jahrzehnten ein Sozialversicherungssystem aufgebaut. Das Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung ist höher als in vielen anderen Staaten Lateinamerikas. Das Gesundheitswesen ist in den Städten gut ausgebaut, in einigen ländlichen Gebieten ist die ärztliche Versorgung unzureichend.
Panamás Kultur ist eine Mischung aus spanischen, afrikanischen, indianischen und nordamerikanischen Elementen. Im Karneval, der an den letzten vier Tagen vor der Fastenzeit stattfindet, zeigen sich viele Spielarten des Volksbrauchtums. Der zum Takt von Händeklatschen und Trommeln getanzte Tamborito stammt aus dem 17. Jahrhundert. Der Cumbia ist ein aus Afrika stammender Tanz.
Nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten besteht in Panamá eine Schulpflicht von 6 Jahren. Der Schulbesuch ist kostenlos, der Alphabetisierungsgrad liegt bei 92,8 Prozent. In der Hauptstadt Panamá befinden sich die Universität von Panamá (1935) und die Santa María La Antigua Universität (1965). 1999 waren 89 352 Studenten an Hochschuleinrichtungen eingeschrieben.
Aus Coclé, einer Ausgrabungsstätte südwestlich des Panamákanals in der Nähe des Golf von Panamá, stammen einige hervorragende Funde aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. Goldschmuck (teilweise mit fein geschliffenen Edelsteinen und Halbedelsteinen eingelegt), Helme und andere Fundstücke, deren Entstehungsort man in Coclé vermutet, wurden sogar weit nördlich auf der Halbinsel Yucatán gefunden. Das historische Museum, das 1976 in der Hauptstadt Panamá eingerichtet wurde, beherbergt eine Sammlung archäologischer und ethnographischer Gegenstände.
In Panamá erscheinen 7 Tageszeitungen, die wichtigsten sind Crítica, La Estrella de Panamá, El Extra, El Matutino, La Prensa, La República und El Siglo. Alle Tageszeitungen zusammen haben eine Auflage von rund 166 000.
Panamás Verfassung wurde 1972 verabschiedet, 1983 grundlegend überarbeitet und 1994 letztmals geändert.
Das Staatsoberhaupt von Panamá ist der Präsident, der zusammen mit zwei Vizepräsidenten direkt vom Volk gewählt wird. Eine Wiederwahl des Präsidenten ist nicht möglich. Ein Kabinett unterstützt den Präsidenten. In den achtziger Jahren spielten die Streitkräfte von Panamá eine wichtige Rolle in der Regierung. Der Oberbefehlshaber nahm entscheidenden Einfluss auf alle Entscheidungen der Exekutive.
Panamás aus einer Kammer bestehendes Parlament setzt sich aus der gesetzgebenden Versammlung mit 71 vom Volk direkt für fünf Jahre gewählten Mitgliedern zusammen.
Panamás höchstes Rechtsprechungsorgan ist der Oberste Gerichtshof. Er setzt sich aus neun Richtern zusammen, die für eine Amtszeit von zehn Jahren ernannt werden. Zum Rechtssystem des Landes gehören auch Obergerichte, Bezirksgerichte und Ortsgerichte.
Panamás neun Provinzen sind in 65 Ortsbezirke und 505 Unterbezirke eingeteilt. Jede Provinz wird von einem vom Staatspräsidenten ernannten Gouverneur regiert. Die Bürgermeister und Ratsmitglieder der Bezirke werden für vier Jahre gewählt. Darüber hinaus gibt es drei autonome Indianerreservate.
Von 1969 bis 1978 waren politische Parteien in Panamá offiziell nicht erlaubt. Nach der Wiedereinsetzung einer demokratischen Regierung 1990 wurde der Partido Demócrata Cristiano (PDC; Christlich-Demokratische Partei) stärkste politische Gruppe. Bei den Parlamentswahlen von 1999 erhielten der Partido Revolucionario Democrático (PRD; Demokratische Revolutionspartei) und der Partido Arnulfista (PA) die meisten Stimmen.
Die Streitkräfte Panamás, die gleichzeitig die größte Polizeitruppe des Landes darstellten, umfassen ungefähr 15 000 Soldaten. Die Streitkräfte wurden nach der amerikanischen Invasion im Dezember 1989 aufgelöst und anfänglich mit Unterstützung der Vereinigten Staaten wieder aufgebaut. Als Folge eines versuchten Militärputsches schaffte die Regierung 1991 aber die stehende Armee ab.
Im Mittelpunkt der Ökonomie Panamás stehen der Handels- und Dienstleistungssektor. Das mittelamerikanische Land hat sich zu einem internationalen Finanz- und Bankenzentrum entwickelt. In diesem Branchenfeld sind immerhin 63 Prozent aller Erwerbstätigen beschäftigt. Die Weiterentwicklung der Wirtschaft leidet z. B. unter der hohen Auslandsverschuldung (über sieben Milliarden US-Dollar) und hohen Zinsen. Weil Panamá einen Großteil seiner Rohstoffe importieren muss, unterliegt die Ökonomie auch stark den Preisschwankungen auf dem Weltmarkt (z. B. hohe Preise für Erdöl). Die Landwirtschaft (z. B. Bananen) und Fischerei (z. B. Garnelen) sind stark auf den Export ausgerichtet. Die Freihandelszone von Colón zählt zu den größten der Welt.
Wichtige Deviseneinnahmen bringt u. a. der Kanalverkehr. Die Verwaltung des Kanals ging mit dem 31. Dezember 1999 vollständig an Panamá über – bis dahin hatten der mittelamerikanische Staat und die USA den Kanal gemeinsam verwaltet.
16 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiten in der Industrie und 21 Prozent in der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei. Die Gesamtzahl der Arbeitskräfte Panamás, die einer regulär bezahlten Arbeit nachgehen, liegt bei weniger als einem Drittel der Gesamtbevölkerung. Die Arbeitslosenquote beträgt 13,2 Prozent (2002).
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 12 296 Millionen US-Dollar (2002; Dienstleistungen 80,5 Prozent, Industrie 13,8 Prozent, Landwirtschaft 5,7 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Kopf von 4 180 US-Dollar.
9,3 Prozent der Bodenfläche Panamás werden landwirtschaftlich genutzt. Hauptsächlich werden Bananen, Plantainbananen, Zuckerrohr, Reis, Mais und Kaffee angebaut. Zum Tierbestand gehören Rinder, Schweine und Hühner.
Wälder bedecken etwa 45 Prozent der Landesfläche. Eine nationale Forstbehörde verwaltet den Großteil der Waldflächen – etwa zwei Drittel stehen unter Schutz, das verbleibende Drittel wird als Wirtschaftswald genutzt.
Die Fischerei ist ein führender Wirtschaftszweig. Zu den wichtigsten Fangprodukten gehören Garnelen und Krabben.
Panamá verfügt Gold-, Silber- und Manganerzlagerstätten, deren Förderung aber bislang nur in kleinem Rahmen erfolgte. Bergbauexperten konnten in Panamá eines der größten (noch unberührten) Kupfererzvorkommen der Welt nachweisen. Vor allem an der Pazifikküste wird in Salinen Salz gewonnen.
Die Industrie Panamás ist vor allem auf die Produktion von Verbrauchs- und Konsumgütern ausgerichtet. Sie stellt u. a. Nahrungs- und Genussmittel, Textilien und Bekleidung sowie Baustoffe (z. B. Zement) her – hauptsächlich für den inländischen Markt. Außerdem gibt es verschiedene andere Betriebe der Leichtindustrie. Mehrere Raffinerien verarbeiten importiertes Rohöl, wobei ein Großteil der gewonnenen Ölerzeugnisse für den Export bestimmt ist.
Die Währungseinheit von Panamá ist der Balboa zu 100 Centésimos. Der Balboa ist allerdings nur als Münzgeld vorhanden. Der US-Dollar und der Euro sind ebenfalls offizielle Zahlungsmittel. Das Bankensystem des Landes umfasst etwa 85 Banken. Die Nationalbank von Panamá ist die 1904 gegründete Staatsbank.
Die Zona Libre de Colón auf der Atlantikseite ist der größte Waren- und Kapitalumschlagsplatz von Lateinamerika und zählt auch zu den größten Freihandelszonen der Welt. Die wichtigsten Exportgüter des Landes sind z. B. Bananen, Garnelen, Fisch und Erdölprodukte (u. a. Heizöl). Über 60 Prozent davon gehen in die Vereinigten Staaten. Die Importe stammen ebenfalls hauptsächlich aus den USA. Die weiteren Hauptlieferanten Panamás sind Japan, Ecuador, Mexiko und Costa Rica. Eingeführt werden in erster Linie Rohstoffe und Zwischenprodukte für die verarbeitenden Industriezweige, dann Nahrungsmittel und ferner Kapitalgüter. Die Handelsbilanz ist negativ.
Panamás Straßennetz ist einschließlich eines Abschnitts des Pan-American Highway 11 643 Kilometer lang. Das Land verfügt darüber hinaus über rund 450 Schienenkilometer. Die Hauptstrecke der Eisenbahn verläuft quer durch den Isthmus und verbindet Cristóbal mit Panamá. Der Panamákanal verbindet das Karibische Meer mit dem Pazifischen Ozean. Die größten Häfen des Landes sind Balboa, Cristóbal, Bocas del Toro, Almirante und Puerto Armuelles. Die Handelsflotte von Panamá ist mit 6 302 Schiffen eine der größten der Welt. Viele der hier registrierten Schiffe befinden sich in ausländischem Besitz und sind mit ausländischen Mannschaften besetzt. In der Nähe der Stadt Panamá liegt ein internationaler Flughafen.
Jährlich werden 4 Milliarden Kilowattstunden erzeugt, davon 37,01 Prozent in Wärmekraftwerken und der Rest fast ausschließlich in Wasserkraftwerken.
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